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10. HEF

Medienschutz - Gefällt mir! 

 

Am Samstag, den 19. Juli 2014 fand unser Jubiläums-Elternforum in der Schillerschule in Frankfurt statt.

Computer und Smartphones sind längst aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es wird allerorts "getwittert", "gepostet" und "geliked". Unsere Kinder werden damit groß, der Umgang damit fällt ihnen leicht. 

Für uns Eltern ist es nicht immer leicht, sich mit der Medienerziehung und dem Umgang mit sozialen Netzwerken auseinander zu setzen. Dabei ist es unglaublich wichtig, den Kindern auch für diese Bereiche Regeln mitzugeben. 

Unser Elternforum stand daher ganz im Fokus der Informationsplattform für Eltern. 

Etwa 80 Gäste fanden an einem sonnigen Tag den Weg in die Schillerschule, um sich zu informieren. 

 

Die Schillerschule ist ein traditionsreiches Gymnasium, das etwa 1150 Schülerinnen und Schüler von der Klasse 5 bis 12 unterrichtet. Unterschiedliche Schwerpunktsetzungen ermöglicht den Kindern und Jugendlichen ihre individuellen Fähigkeiten zu stärken. Die Schillerschule verfügt über eine schuleigene Stiftung, die der Schule hilft, ihre Prioritäten trotz amtlicher Vorgaben und langsame Behördenmühlen umzusetzen. Langfristig wird die Schillerschule ihr Ziel, das Konzept "Campus Schillerschule" dadurch verwirklichen können.

Weitere Informationen zur Schule finden Sie unter www.schillerschule.de

 

Große Hilfe beim HEF waren die Schüler der Medien-AG, die uns die komplette Technik übernommen haben und wirklich hervorragende Arbeit geleistet haben. An dieser Stelle herzlichen Dank!

 

Auch die Bewirtung haben die Schülerinnen und Schüler übernommen und uns mit Kaffee, Getränken und Kuchen versorgt, um ihre Abi-Kasse aufzufüllen. Auch hierfür herzlichen Dank.  

 

Durch die Veranstaltung führte und begleitete uns Moderator Tim Huß

 

Der Vorsitzende des Landeselternbeirats, Matthias Bedürftig hat das Elternforum eröffnet und alle Gäste begrüßt. Er erläutert die Wichtigkeit der Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation. Eine wichtige Anlaufstelle für unsere Kinder ist die Schule. Deshalb brauchen wir gute ausgebildete Lehrkräfte, die wissen wie man mit den Medien umgeht und wie man sinnvoll damit umgeht. Doch Medienfachkräfte sind noch Mangelware an unseren Schulen. Es fehlt daher an umfassenden Konzepten zur Förderung der Medienkompetenz. 

 

Mit Hilfe eines kleinen Quiz-Spiels machte Tim Huß den Anwesenden deutlich, dass viele Eltern die geläufigen Programme und Apps gar nicht kennen. Auch Begriffe, die im alltäglichen Gebrauch der Kinder sind, sind oftmals völlig neue Vokabeln, die Eltern kennen sollten.

 

Karin Hechler, Schulleiterin der Schillerschule bestätigt diese Aussage. Betont jedoch auch, dass die Schillerschule hier eine gute Rolle einnimmt. Medientechnik und Medienkompetenzen sind hier ein Schwerpunkt. Wie gut es funktioniert, sehen wir an den Schülern, die für heute die Technik übernommen haben. Dennoch sind umfassende Konzepte und ausgebildete Fachkräfte notwendig. 

 

Rolf Schuhmann, Landeskoordinator für Jugendmedienschutz am Hessischen Kultusministerium berichtet, dass das Land Hessen bereits Lehrkräfte zu Jugendmedienschutzberater ausbildet.  

 

Günter Steppich, IT-Fachberater für Jugendmedienschutz am Staatlichen Schulamt für Wiesbaden und den Rheingau-Taunus-Kreis, macht mit seinem Vortrag "Erziehung 2.0 - Einblicke ins digitale Kinderzimmer" deutlich, dass Eltern oft nicht wissen, was ihre Kinder mit den digitalen Medien überhaupt alles machen. Verbote der Eltern werden von den Kindern geschickt umgangen, weil die Kinder den Eltern in Sachen Medien oft überlegen sind. Er zeigt aber auch auf, was Eltern tun können, um ihre Kinder zu schützen. 

Umfangreiche Informationen, Materialien und Videovorträge finden Sie auf der Webseite: http://www.medien-sicher.de/ Schauen Sie rein, es lohnt sich!

 

Ein Problem der neuen Medien sind Gefahren, wie Cybermobbing und Sexting. Florian Borns, Projektleiter der Digitalen Helden weist in seinem Vortrag "Digitale Helden: Prävention Cybermobbing und Sexting - das sollten Sie und Ihre Kinder wissen", auf die Gefahren und erläutert, wie das Projekt Digitale Helden helfen kann. Gerade bei Cybermobbing und Sexting gehen Betroffene selten zu Eltern oder Lehrkräften. Sie sprechen lieber mit Gleichgesinnten - mit Schülerinnen und Schülern. Hier setzt das Projekt an. Es werden Jugendliche zu "digitalen Helden" ausbildet. Dabei lernen sie, Fälle zu unterscheiden, zu beraten und auf weiterführende Hilfen zu verweisen. Sie lernen auch, wo die Grenzen sind und Erwachsene eingeschaltet werden müssen. Das Projekt ist sehr erfolgreich. Weitere Infos und Allgemeines zur Präsentation finden Sie unter www.digitale-helden.de. 

 

Nach der Mittagspause konnte man sich in einzelnen Foren vertiefend mit den Inhalten auseinandersetzen. 

 

In Forum 1 referierte Florian Borns über das Thema "Digitale Helden: Prävention Cybermobbing und Sexting - das sollten Sie und Ihre Kinder wissen. So kann ein bewusstes und respektvolles Miteinander online gelingen."

Das Internet bietet vielfältige Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten. Ziel ist es, dieses bewusst und respektvoll im Miteinander zu nutzen. Leider gibt es immer wieder Auseinandersetzungen, Beleidigungen und auch das Veröffentlichen von Teils intimen Fotos.

Neben Antworten auf weitere Fragen, wie beispielsweise "Warum ist Sexting so eine große Herausforderung" oder "Welche Erfahrungen haben unsere Kinder bereits mit den Phänomenen Sexting und Cybermobbing gemacht?", gab es Tipps zur eigenen Intervention, Prävention und insbesondere zur Rolle des Sozialraums Schule. 

Das Handout zum Workshop stellt Ihnen Florian Borns hier gern zur Verfügung.

 

Mit "Kommunikation 2.0: Chatten, posten, liken, daddeln" beschäftigte sich Günter Steppich im Forum 2.

Kinder und Jugendliche kommunizieren in sozialen Netzwerken, Onlineforen, Onlinespielen sowei Messenger Apps wie WhatsApp oder Snapchat überwiegend mit ihren Freunden - aber häufig auch mit Unbekannten. Doch im Netz tummeln sich, ebenso wie im richtigen Leben, auch zahlreiche unangenehme Zeigenossen. Damit das Onlinevergnügen für unerfahrene User nicht mit Kostenfallen, Schadsoftware, Erpressung oder sexuellen Übergriffen endet, muss man sich mit den Tricks und Maschen der Netzkriminellen auskennen und Kinder bewusst auf kritische Situationen vorberieten. Günter Steppich zeigte in seinem Vortrag zahlreiche Beispiele auf vermittelte unverzichtbares Grundwissen für einen sicheren Umgang mit dem Internet. 

Zum Thema Internetsicherheit wurde aktuell eine Studie veröffentlicht, die man hier nachlesen kann: http://www.telekom.com/medien/konzern/243000 

Weitere hilfreiche Webseiten, um sich zu informieren sind:

www.handysektor.de

www.juuuport.de

www.internet-abc.de

Den Jugendmedienschutz-Flyer können Sie hier herunterladen. 

 

Dipl.-Psych. Kai Müller ist wissenschaflticher Mitarbeiter der Forschung & Diagnostik Grüsser Sinopli-Ambulanz für Spielsucht Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin der Joannes Gutenberg-Universität in Mainz.

Er beschäftigte sich in Forum 3 mit dem Thema "Wenn Meidennutzung psychisch krank macht - Internet- und Computerspielscuht als neue Herausforderung für die Gesundheitsversorgung".

 

Die exzessive Nutzung von Internetangeboten stellt ein neuartiges Problemverhalten dar, welche gerade in der sensiblen Entwicklungsphase des Jugendalters zunehmend beobachtet werden muss. 

Bei immer mehr Jugendlichen die Ihren Konsum von Internetinhalten nicht mehr bewusst steuern können, seien es Computerspiele oder soziale Netzwerke, die dauerhaft exzessive Nutzungszeiten aufweisen und sich in diesem Zusammenhang zunehmend aus anderen Lebensbereichen zurückziehen, ist nicht selten eine professionelle Beratung oder Psychotherapie auf Grund der Internet- und Computerspielsucht notwendig. 

Der Vortrag vermittelte Kenntnisse darüber, wie dem suchtartigen Konsum vorgebeugt werden kann und welche Handlungsmöglichkeiten es gibt, wenn es für Vorbeugung zu spät ist. 

 

Gregory Grund, Medienpädagoge, Geschäftsführer bei SicherDeinWeb und Digitale Helden sowie Lehrbeauftragter an der Goethe-Universität in Frankfurt referiert in Forum 4 über "Das Smartphone, mein Kind und ich. Tipps und Tricks für eine altersgerechte Medienerziehung"

Smartphones sind Teil der LEbenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen geworden. Der mobile INternetzugang verändert vieles: Von den zugänglichen Inhalten bis zu der Art, wie wir miteinander kommunizieren. Die Frage "Ob" stellt sich nur noch eine begrenzte Zeit lang, es geht vielmehr um das "Wie": 

An Hand eigener Smartphones wurde u. a. den Fragen "Wie funktionieren WhatsApp und Facebook Mobil und was muss man dabei beachten?", "Welche Einstellungsmöglichkeiten gibt es auf Smartphones, um bestimmte Inhalte und Aktionen auszuschließen?" nachgegangen. 

Auch der gemeinsame Austausch zu Erziehungsstrategien war für den ein oder anderen Elternteil sehr lehrreich. 

 

Nach einer kurzen Kaffeepause hat Dipl.-Psychologe Kai W. Müller in seinem Vortrag "Wenn Mediennutzung psychisch krank macht - Internet- und Computerspielsucht als neue Herausforderung für die Gesundheitsversorgung" sehr kurzweilig deutlich gemacht, welche wesentlichen Erkennungsmerkmale es gibt, um eine (beginnende) suchtartige Mediennutzung zu erkennen und welche häufigen Erscheinungsformen internetsüchtigen Verhaltens auftreten. 

Internetspielsucht ist eine Krankheit, die eine entsprechende Gesundheitsversorgung unabdingbar macht. In Mainz gibt es bereits eine Ambulanz, die sich um Spielsüchtige kümmert (Flyer der Ambulanz für Spielsucht). 

Im Rahmen der Überarbeitung der Klassifikation der Krankheiten nach WHO (sogenannte ICD-Liste) soll Internetspielsucht ab 2017 als Krankheit anerkannt werden. 

Kai Müller stellt Ihnen die Informationen zum Vortrag und Workshop gern hier zur Verfügung. 

 

In einer abschließenden Podiumsdiskussion stellten sich die Referenten den Fragen der Eltern und der Frage "Was wird bereits in Schulen für Medienerziehung geleistet und was kann bildungspolitisch noch umgesetzt werden, um Kinder besser vorzubereiten?"

 

Die vielfältige Problematik dieses Themas wurde an diesem Tag sicherlich allen Anwesenden deutlich. Allerdings ist es allen auch bewusst, dass mit viel Aufwand, wie das heutige Elternforum nur ein Bruchteil der Eltern und Schülerinnen und Schüler erreicht wird, die wir erreicht werden müssten.

Das Hessische Kultusministerium muss dem Thema Medienerziehung/Jugendmedienschutz mehr Priorität einräumen und Ressourcen zuteilen.  Damit wir uns eben nicht nur mit Schadensbegrenzung und dem Zusammenkehren von digitalen Scherben befassen müssen. Wir brauchen dringend die notwendige, wirksame und flächendeckende Präventionsarbeit, die wir bereits zwei Jahrzehnte lang verschlafen haben.

Auch der Landeselternbeirat wird sich im Rahmen seiner Möglichkeiten hierfür stark machen.

 

An dieser Stelle ein herzliches Dank an die Mitwirkenden und Dank auch für das Informationsmaterial!

 

Auf dem "Markt der Möglichkeiten" konnten sich die Gäste mit Informationen und Materialien versorgen. Gern können Sie mit den Mitwirkenden Kontakt aufnehmen, wenn Sie Fragen oder Hilfe benötigen. Ein Klick auf das Logo führt Sie direkt zu deren Webseite. 

 

 

 

Medien Sicher

Medien-sicher.de - Jugend sicher im Netz

Günter Steppich stellt hier für Eltern und Jugendliche Informationsmaterialien, Videos und Elternkurse zur Verfügung. Eine wichtige Seite für alle Eltern!

 

 

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Lernen im Aufbruch

Das Netzwerk förder und unterstützt die Herausbildung einer neuen Lernkultur.   Kinder und Lernende sollten nicht nur an Standards und Normen gemessen werden, um Defizite hervorzuheben, sondern als gleichermaßen begabte Menschen gesehen werden, die alle das gleiche Recht auf eine Entfaltung ihrer Potentiale haben. Es geht um das Überwinden und die Transformation alter Denk- und Verhaltensmuster, die den Herausforderungen unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr gewachsen sind. 

 

 

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Neue Helden braucht das Land! - Digitale Helden

Sie möchten, dass SchülerInnen Ihre Schule mitgestalten und ihr Internetwissen teilen? Sie möchten Peer Education zur Prävention von Cybermobbing in Ihrer Schule dauerhaft verankern? Die Schul-AG ist der erste wichtige Schritt hin zur zertifizierten Digitale-Helden-Schule.

 

 

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klicksafe.de - die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz

klicksafe setzt in Deutschland den Auftrag der EU-Kommission um, Internetnutzern die kompetente und kritische Nutzung von Internet und Neuen Medien zu vermitteln. Interessierte aller Altersklassen finden hier weitreichende informative Materialien.

 

 

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SicherDeinWeb - Bewusster Umgang mit dem Internet

Der bewusste Umgang mit dem Internet gewinnt in vielen gesellschaftlichen Bereichen an Bedeutung. SicherDeinWeb richtet sich an Eltern, Jugendliche, Senioren, Lehrkräfte, etc. und bietet Beratungen, Schulungen, E-Learning & Kampagnen an, um für die Chancen & Risiken neuer Internetmedien zu sensibilisieren und Praxiswissen zu vermitteln.