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Nachbericht zum 5. HEF

Am Samstag, den 26. Februar 2010 fand das 5. Hessische Elternforum in der IGS Nordend in Frankfurt statt.

Die IGS Nordend ist eine offene Ganztagsschule, die schon seit vielen Jahren ihre Schüler in gemeinsamen Unterricht mit behinderten und nichtbehinderten Kindern fordert, fördert und in sogenannten Jahrgangsteams betreut und unterrichtet.


Unsere Kinder verbringen einen Großteil ihrer Zeit in der Schule. Immer mehr sind sie hier den Gefahren von Sucht, Alkohol oder auch Handygewalt ausgesetzt. Sie werden gemobbt und Eltern wissen oft nicht, wie sie Gefahren erkennen können und ihr Kind unterstützen sollen. Das 5. Hessische Elternforum des Landeselternbeirats beschäftigte sich daher mit dem umfangreichen Thema „Tatort Schule? – Prävention wirkt!“. 


Kerstin Geis, Vorsitzende des Landeselternbeirats von Hessen, begrüßte alle Anwesenden und bedankte sich bei der Schulleiterin, Frau Schneider, die uns ermöglichte, das 5. Hessische Elternforum hier veranstalten zu können.


Anschließend lauschten rund 150 Gäste den Begrüßungsworten von Schirmherr und Innenminister Volker Bouffier. In seinem Grußwort erläuterte Minister Bouffier, welchen  Formen von Gewalt durch Jugendliche ausgeübt werden oder unsere Jugendliche ausgesetzt sind . Er berichtet von traurigen Beispielen von Internet-Mobbing und Gewalt an Schulen, die mit Handys gefilmt und ins Internet gestellt werden, von  Gewalt an Bahnhöfen und von erschreckende Zahlen von Amok-Trittbrettfahren. Allein in Hessen gibt es nach jedem Amoklauf rund 30 Nachahmer. Internetgewalt nimmt immer mehr zu. Es gibt gewaltverherrlichende PC-Spiele, die die Hemmschwelle der Kinder auslöschen und Gewalt bagatellisieren. Minister Bouffier fordert die Eltern auch auf  nachzuschauen, was ihre Kinder im Internet treiben. Es gibt viele Stellen, bei denen man Hilfe bekommen kann, Kooperationsnetzwerke wie „Prävention im Team“ und „Gewalt und Demokratielernen“, aber auch viele andere Beratungsstellen. Zivilcourage ist ein wichtiges Stichwort. Polizei, Ministerien, Schulen, Lehrer und Eltern  müssen gemeinsam wirken, um etwas zu erreichen. Eine Erkenntnis teilte Minister Bouffier mit, die alle mit nach Hause nehmen konnten. Dort, wo es gehandelt und präventive Maßnahmen eingeleitet werden, gehen die Zahlen der Opfer und Täter zurück. Kurz: Prävention wirkt!

 

Frau Schneider begrüßte ebenfalls in einer kurzen Rede die Anwesenden und freut sich, dass der Landeselternbeirat zu Gast ist. Sie betont, dass die IGS Nordend eine Schule für alle ist. Schüler entwickeln Selbstständigkeit und Eigeninitiative – die Grundprinzipien des Lernens. Eine kurze Übersicht über die IGS-Nordend finden Sie hierNach oben.

Auf Zuruf von Stichpunkten aus dem Publikum setzte das Fast Forward Theater unter der Leitung von Martin Esters diese in spontane Theaterszenen um. Ob das der kleine PC- Freak ist, dessen Vater im Ministerium sitzt und keine Zeit für ihn hat oder das Mädel, das ihn zum Rauchen verführen will. Die Szenen waren kurz und prägnant, brachten aber immer den Kern auf den Punkt.


Frau Ellen Schönen-Hütten hielt einen interessanten Vortrag über „Prävention am Beispiel der Stadt Dormagen“, ein Konzept der Stadt Dormagen, die seit Jahren ein weitreichendes Frühwarnsystem zur Vermeidung von Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung aufgebaut hat. So wurden bereits 1996 Jugend- und Sozialhilfe in einer Organisationseinheit zusammengefasst, um von staatlichen Leistungstransfers abhängigen Menschen ganzheitliche Hilfe anzubieten. Insbesondere die Lebensumstände von Kindern soll(t)en in allen relevanten Bereichen positiv beeinflusst werden.
Die in enger Zusammenarbeit mit den freien Trägern vor Ort definierten Standards dieser Arbeit sind im „Dormagener Qualitätskatalog der Jugendhilfe“ (erschienen bei Leske + Budrich, Opladen –ISBN 3-8100-3336-7), speziell in den dort beschriebenen „frühen präventiven Hilfen“ sowie den „Qualitätsstandards zum Kinderschutz“ zusammengefasst. An dieser Stelle herzlichen Dank an Frau Schönen-Hütten. Die anschließenden Gespräche zeigten uns, dass dieses Konzept bereits viele Dinge umsetzt, die man sich in anderen Orten sehr wünschen würde. Das Konzept der Stadt Dormagen kann hier heruntergeladen werden. Nach oben.

 

Frau Dr. Eunicke-Morell, Psychotherapeutin und Schulpsychologin am Staatlichen Schulamt Wiesbaden, hielt einen Vortrag zum Thema „Entwicklung, Bildung und Erziehung in den Zeiten von Mobbing, Internetsucht und Amok“. Bereits zu Beginn stellte sie fest, wie wichtig Beziehungen sind. Als Frau Dr. Eunicke-Morell zugesagt hatte, diesen Vortrag zu übernehmen hat sie nicht gewusst, dass es ein Samstag sein wird. Sie hat auch nicht realisiert, wie viel Zeit dieser Vortrag im Vorfeld in Anspruch nehmen wird. Aber sie kennt die Vorsitzende des LEB, Kerstin Geis. Allein dieser Beziehung wegen hat sie direkt zugesagt, diesen Vortrag zu übernehmen. Dies war nur die Einleitung zu einem spannenden Vortrag wie wichtig Beziehung und Erziehung heute sind. Den Vortrag von Frau Dr. Carola Eunicke Morell können Sie hier herunterladen.

In der Mittagspause konnten sich die Gäste in der Mensa der Schule verpflegen. Frau Beimfort, Leiterin der Mensa, sorgte nicht nur für ein leckeres und ausgewogenes Mittagessen, sie stand auch parat um mit Kaffee, Kaltgetränken und Kuchen für das Wohl der Gäste zu sorgen. Herzlichen Dank an dieser Stelle.


Nach der Mittagspause sorgte das Fast Forward Theater mit einer erneuten Einlage von spontanen Theaterszenen (diesmal mit ganzen Sätzen, die das Publikum während der Pause auf kleinen Zetteln notierte) für Auflockerung.
Im Anschluss konnten sich die Interessierten in drei Workshops intensiv mit den Themen


• Kommunikationstechnik
• Gratwanderung Sucht
• Gewaltprävention


beschäftigen.


Herr Manfred Forell, Mediator und Lehrer erläuterte die verschiedenen Kommunikationstechniken, die es Eltern oftmals erleichtert, mit Ihren Kindern zu kommunizieren, z. B. durch Ich-Botschaften. Eine der größten Erkenntnisse dieses Workshops war, dass man Gewalt durch Konflikte verhindern kann!


Den Workshop „Gratwanderung und Sucht“ begleiteten Regina Sahl und Mechthild Reith von der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen. Sie ließen die Workshop-Teilnehmer „erleben“ was der Unterschied von Konsum und Sucht ist.


Herr Dirk Friedrichs hielt seinen Workshop zum Thema Gewaltprävention mit  PiT (Prävention im Team). Er erläuterte wie Teambildung zwischen Polizei, Schule und Jugendhilfe Gewalt verhindern kann.

 

Einen besonderen Dank möchten wir Herrn Philipp Engel aussprechen, der nicht nur die Moderation der Veranstaltung übernommen hat sondern in bewährter Weise die Gäste mit einer lockeren Diskussion einbezogen hat.  Nach oben.

Schon vor Beginn der offiziellen Begrüßung und während der gesamten Veranstaltung konnten sich die Besucher auf dem „Markt der Möglichkeiten“ über Projekte und Institutionen informieren, die sich das Thema Prävention zu Eigen gemacht haben.


An dieser Stelle ein herzliches Dank an die Mitwirkenden und Dank auch für das ausgiebige Informationsmaterial.

 

GuD

Das Projekt Gewaltprävention und Demokratielernen (GUD) des Hessischen Kultusministeriums, das mit Beratung und Fortbildung von gewaltpräventiven Programmen Schulentwicklung unter dem Aspekt Gewaltprävention und Demokratielernen unterstützt. Hier finden Sie den Flyer.

Lion Quest

Lion Quest - eine der größten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) die sich für verschiedene Lebenskompetenzprogramme für Kinder und Jugendliche und im Bereich Gesundheit und Prävention, engagieren. Flyer Lion Quest

NgG

Das Netzwerk gegen Gewalt - eine Gewaltpräventionsinitiative in Kooperation mit der Hessischen Staatskanzlei, dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, dem Hessischen Kultusministerium, dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, dem Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa sowie dem Landespräventionsrat Hessen. Den Flyer finden Sie hier. 

PiT

Prävention im Team, das Gewaltpräventionsprogramm „Netzwerk gegen Gewalt“. Hier finden Sie den PiT-Flyer. 

 

Polizeiberatung

Die Polizei Hessen, ihrem Kinder-Kommissar Leon Flyer LEON und ihrem Programm zur polizeilichen Kriminalprävention. Besonders dem aktuellen Projekt „Zivilcourage darf kein Fremdwort sein“. http://www.polizei-beratung.de/mediathek/medienpakete/weggeschaut_ist_mitgemacht/  Hier finden Sie den Flyer "Kommissar Leon".

ukh

 Die Unfallkasse Hessen, die mit vielen Maßnahmen und Projekten für die Sicherheit unserer Kinder, unter anderem beim Schulweg, sorgt. Hier finden Sie den Flyer "Sicherheit von Anfang an" , den Elternflyer "Immer sicher unterwegs" und "Hurra die Schule beginnt" der Unfallkasse.

  

Deutsche Herzstiftung

Die deutsche Herzstiftung, die nicht nur mit Ihrem Projekt „Rauchzeichen“ bei uns präsent war, sondern auch viele Informationen zum Thema Herzinfarkt und gesunder Ernährung geben konnte. Hier finden Sie den Flyer "Mehr Farbe für das Pausenbrot". 

     
Weißer Ring

Den weißen Ring, der sich für Opferschutz und Prävention unter anderem bei Gewalt und Kindesmisshandlung stark macht. Hier gibt's den Flyer "keine Gewalt gegen Kinder". 

 

Pro Familia

Pro Familia, die nicht nur über Sexualität und "passende" Kondome informiert, sondern auch über „sexnsurf“, ein Angebot für Jugendliche zum Thema Chatten und Sicherheit im Netz.

 

HLS

Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) die viele Informationen zum Thema PC-Sucht, Glücksspielsucht, Komasaufen, Tabak und Drogen lieferte.

 

DKSB Frankfurt

Den deutschen Kinderschutzbund Frankfurt, mit seinem Projekt „Starke Eltern, starke Kinder“ und vielen weiteren Informationen, wie die kostenlose Jugendrechtsberatung oder der „Nummer gegen Kummer“.

 

ELAN

Die Vertretern von ELAN (Eltern schulen aktive Eltern) die sich für die Ausbildung unserer Eltern engagieren und damit deutlich machen: „Wissen hilft“. 

Bvf

Den Gynäkologenverband der über Schutzimpfungen bei Mädchen informierte.

 

Kiks Up

Kiks Up – ein ganzheitliches Präventionsprogramm für Eltern und Kinder. Hier gibt es den Kiks Up-Flyer.

 

und allen anderen, die wir hier vergessen haben zu erwähnen.


Zum Schluss möchten wir nicht unerwähnt lassen, dass uns die bisher durchweg positive Resonanz sehr gefreut hat. Es hab uns aber auch gezeigt, dass dieses Thema für Eltern und Schüler wichtig ist und viel stärker kommuniziert werden muss. Wir Eltern müssen unsere Kinder stark machen, damit sie sich helfen können. Wir müssen aufklären über bestehende Hilfsprojekte und Beratungsstellen und wir dürfen uns nicht schämen, Hilfe in Anspruch zu nehmen!
Unsere Erkenntnis aus dieser Veranstaltung: Prävention wirkt! 

Wir möchten an dieser Stelle hinweisen, dass es auch Beratungshotlines gibt. Für Eltern und für Kinder. Als ein Beispiel von vielen sei hier die „Nummer gegen Kummer“ genannt, ein Angebot des Deutschen Kinderschutzbundes.tli

Wir freuen uns, Sie beim nächsten hessischen Elternforum begrüßen zu dürfen! Hier können Sie sich einen Eindruck vom 5. HEF verschaffen.

Herzlichst
Ihr Landeselternbeirat von Hessen

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Nummer gegen Kummer