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7. Hessisches Elternforum

Wie viel Schulsozialarbeit braucht gute Schule?

 

Was leistet Schulsozialarbeit an unseren Schulen? Warum ist Schulsozialarbeit so wichtig und wieso funktioniert sie? Mit diesen Themen haben wir uns bei unserem 7. Hessischen Elternforum am Samstag, 27.08.2011 in der Heinrich-von-Kleist-Schule in Wiesbaden, beschäftigt. Trotz erbitterlichem Regen fanden rund 70 Gäste  den Weg nach Wiesbaden.

 

Die Heinrich-von-Kleist-Schule ist eine verbundene Haupt- und Realschule und Abendschule. Schulsozialarbeit gibt es hier schon lange und sehr erfolgreich. Vier Schulsozialarbeiter teilen sich drei volle Stellen und betreuen durchgängig die Jahrgänge 5 bis 10. Neben den Klassenbetreuungen im Vormittagsbereich werden AGs in Theater,  Flagfootball,  Klettern, Ernährung und Sport allgemein angeboten. Die Abschlussklassen werden durch die Bewerbungswerkstatt unterstützt. Auch die Durchführung von Wochenend- und Ferienfreizeiten gehört zum Konzept. Die Schulsozialarbeit ist Schlüsselbestandteil des Schulkonzeptes und verhilft dazu, dass alle Schüler einen Abschluss erwerben. Mehr über die Schule und das Schulkonzept finden Sie auf der schuleigenen Webseite: www.hvk-wi.de.


Die Vorsitzende des Landeselternbeirats, Frau Geis hat das Elternforum eröffnet und alle Gäste begrüßt. Einen besonderen Dank sprach Sie an die Schulleiterin Frau Päßler aus, die heute Gastgeberin ist.


Durch die Veranstaltung führte uns Moderator Jens Meyer.


In einem bewegendem Grußwort bedankt sich Frau Päßler für die gute Zusammenarbeit und berichtet von den Erfolgen der Schule, die sie vor allem in der Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeitern sieht. Zwar war die Umstellung und Akzeptanz der Lehrkräfte am Anfang etwas schwierig, aber der Erfolg gab dem neuen Konzept schnell recht und heute kann sich keiner der Lehrkräfte mehr vorstellen, ohne Schulsozialarbeiter Schule zu machen.


Schuldezernentin Rose-Lore Scholz berichtete in ihrem Grußwort über den langen Weg bis zur Umsetzung der Schulsozialarbeit. Ihr Ziel, das alle Schulen Wiesbadens mit Schulsozialarbeit ausgestattet werden, verfolgt sie politisch und persönlich. Sie wünscht sich eine feste Installation der Schulsozialarbeit an Schulen und fordert 1 Schulsozialarbeiter für 150 Schüler. Sie weiß aus ihrer Erfahrung als Hauptschullehrerin wie wichtig Schulsozialarbeit ist. In ihrer Ansprache wird deutlich, dass ihr auch Inklusion am Herzen liegt. Den kürzlichen Gewinn der UNESCO-Beratung zur inklusiven Bildung bezeichnet sie als „Anerkennung für Engagement von Lehrern und Elterngruppen“.


Dan Pascal Goldman
vom Amt für Soziale Arbeit in Wiesbaden berichtete ausführlich vom Wiesbadener Kompetenz-Entwicklungsprogramm. Wiesbaden hat vor 33 Jahren mit Schulsozialarbeit begonnen und diese kontinuierlich ausgebaut. Das Kompetenz-Entwicklungs-Programm der Schulsozialarbeit Wiesbaden ist entstanden auf dem Hintergrund von langjährigen Erfahrungen der Schulsozialarbeit im Arbeitsfeld Übergang Schule-Beruf. Alle Wiesbadener Haupt- Real- und Förderschulen sollen bis zum Jahr 2012 / 2013 mit Schulsozialarbeit versorgt werden. Neu hinzu gekommen ist seit diesem Jahr die Berufsschule. Der Erfolg des Kompetenz-Entwicklungsprogramms zeigt sich auch an der Heinrich-von-Kleist-Schule. Sie können sich das Programm der Stadt Wiesbaden hier als pdf-Datei herunterladen.

Die Hauswirtschafterin Frau Westphal und ihr Küchenteam haben uns rundum und nett versorgt. Sie verköstigten uns mit Kaffee, selbstgebackenen Kuchen und Mittagessen. Frau Westphal bildet jedes Jahr zwei Schüler aus. Der Förderverein der Schule übernimmt die Finanzierung des Ausbildungsplatzes in der schuleigenen Küche! An dieser Stelle ein dickes Danke an das nette Team!


Dr. Ludger Busch ist Psychologe am Staatlichen Schulamt Friedberg und berichtete in seinem Vortrag über die Schulpsychologie in Hessen. In Hessen ist die Schulpsychologie Teil des Staatlichen Schulamtes. Dr. Busch macht aber auch deutlich, welche Arbeiten ein Schulpsychologe leistet.  Momentan betreut ein Schulpsychologe etwa 10.500 Schüler an 25 Schulen. Dabei ist der Schulpsychologe zuständig für die Beratung, Diagnostik, Stellungnahmen und Gutachten und für Konflikte. Das wir hier eindeutig eine Unterbesetzung an Schulpsychologen haben, wird schnell deutlich. Den Vortrag von Herrn Dr. Busch finden Sie hier als Power-Point-Präsentation.

 

Prof. Dr. Mathias von Saldern hat die Bedeutung der Schulsozialarbeit aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet. Er ist Erziehungswissenschaftler an der Leuphana-Universität in Lüneburg. In seinem Vortrag wird deutlich, warum wir Schulsozialarbeit brauchen, wo die Konfliktursachen liegen und welche Entwicklungsmöglichkeit Schulsozialarbeit bedeutet. Er stellt auch fest, dass die Bedeutung der Schulsozialarbeit in Politik, Schule oder Elternhaus gar nicht strittig ist. Es fehlt nur die Bereitstellung von Ressourcen. Der Verzicht auf Schulsozialarbeit ist letztlich teurer, als die Installation von Schulsozialarbeit an den Schulen. Man darf Schulsozialarbeit auch nicht nur als Aufgabe der Kommune sehen. Es müssen Kooperationen von Kommune, Land, Jugendhilfe, Schulsozialarbeit und Schule geschaffen werden. Eine der wichtigsten Aussagen von Prof. von Saldern war: Schulsozialarbeit muss ebenso wie Schulpsychologie und Erste-Hilfe-Person voll institutionalisiert werden. Den Vortrag von Prof. von Saldern finden Sie hier als pdf-Datei zum nachlesen.

 

 

In den Foren am Nachmittag hatten die Gäste die Möglichkeit, sich über die Best-Practice Beispiele zu informieren oder mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen.


Herr Meißner, Schulsozialarbeiter an der Heinrich-von-Kleist-Schule informierte ausführlich über die Schulsozialarbeit an der Schule.

 

Dr. Ludger Busch hob in seinem Forum die Bedeutung der Beratung im Spannungsfeld Elternhaus – Schule hervor.


Frau Dithmar vom bsj Marburg konnte in ihrem Forum „Abenteuer Gruppe“  - Ein Angebot der Schulsozialarbeit zur sozialen Bildung – die Gäste von der Bedeutung der Schulsozialarbeit ebenfalls überzeugen.


Frau Dipl.-Psych. Marion Schwarz ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und berichtet in ihrem Forum „Dreieck Kinder- und Jugendpsychotherapie – Eltern – Schule“ aus der Praxis.

 

 

In der Diskussion am Ende der Veranstaltung war allen klar, das im Zuge der Wandlung unserer Schulkultur zur Ganztagsschule Schulsozialarbeit unverzichtbarer Bestandteil ist.


Das Erlernen von wichtigen Lebenskompetenzen, die Beratung bei Konflikten, das Zusammenarbeiten mit Gruppen, die Zusammenarbeit mit Erziehungsberatung, Anforderungen der Wirtschaft können nicht von Schule, Eltern, Schüler und Lehrkräften allein bewältigt werden. Wir brauchen Schulsozialarbeit!


Alle Eltern sind aufgefordert, dieser Forderung Nachdruck zu verleihen. Für eine gute Schule – für unsere Kinder!

 

Einen Einblick in das Elternforum können Sie sich hier verschaffen.

 

Auf dem "Markt der Möglichkeiten" konnten sich die Gäste Informationen bei Verbänden, Institutionen und Interessenverbänden zum Thema Schulsozialarbeit besorgen. Vielen Dank an alle, die mitgewirkt haben! Gern können Sie mit den Mitwirkenden Kontakt aufnehmen, wenn Sie Fragen oder Hilfe benötigen. Ein Klick auf das Logo führt Sie direkt zu deren Webseite. Unsere Auflistung gibt jeweils nur einen Mini-Überblick dessen, was die einzelnen Verbände und Institutionen leisten. Wir bitten hier um Verständnis, dass wir nicht ausführlicher auf die jeweiligen Angebote eingehen können.

 

 

ASB Taunusstein

Der ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) in Taunusstein hat wie viele andere Beratungsstellen verschiedene Schwerpunkte in ihrer Arbeit gesetzt. Hier wird Ihnen Jugendschutz, Einzelfallhilfen, Zusammenarbeit mit den Eltern und auch Berufsorientierung geboten. 

 

 


Im bkj (Berufsverband der Kinder- und Jugendlichenpsychotherpeut/innen e.V. ) sind Therapeuten vereinigt, die bei verschiedenen Anlässen psychotherapeutische Hilfe anbieten. 

 

 

bsj marburg

Der bsj Marburg e. V. macht seit über 25 Jahren Körper und Bewegung zum Ausgangspunkt seiner sozialen Arbeit. Abenteuer-, körper- und bewegungsbezogene Aktivitäten spielen in den lebenswelt- und sozialraumorientierten Arbeitsansätzen des bsj eine zentrale Rolle.

 

dwmt

Das DWMT (Diakonisches Werk Main-Taunus) bietet neben Beratung, Schulsozialarbeit auch ein Mediatoren-Team. Das sind ausgebildete Streitschlichter, die SchülerInnen beim Lösen ihrer Konflikte unterstützt. 

 

 

Hephata Diakonie

Die Hephata Diakonie bietet bereits seit 100 Jahren Jugendhilfe an. Im Bereich Schulsozialarbeit werden neben Beratung und Projektarbeiten auch ein Schülercafè angeboten. 

 

 

LAG Hessen

Die LAG (Landesarbeitsgemeinschaft Hessen Gemeinsam leben- gemeinsam lernen e.V.) setzt sich u. a. für die Umsetzung von Inklusion und längeres gemeinsames Lernen ein. 

 

Schulsozialarbeit Rheingau-Taunus

Die Schulsozialarbeit im Rheingau-Taunus-Kreis (RTK) ist ein junges Projekt, das vom RTK finanziert wird. Sie ist ein Angebot der Jugendhilfe und wird von freien Trägern der Jugendhilfe an den Schulen durchgeführt. Grundlage für die Arbeit ist das Rahmenkonzept des Rheingau-Taunus-Kreises, das für die unterschiedlichen Bedarfe der einzelnen Schulen jeweils abgestimmt werden kann.

 

Logo VIE

Der ViE (Verein für individuelle Erziehungshilfe) bietet u. a. ein eigenständiges Angebot der Schulsozialarbeit an. Für Schüler, Eltern, Leher oder für Klassen und Gruppen werden individuelle Beratungsangebote angeboten.