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8. HEF

Kein Raum für Missbrauch

 

Missbrauch ist ein Thema, über das man lieber nicht spricht. Doch genau dass müssen wir. Wir müssen uns informeiren und darüber sprechen, denn jeder Fall von Missbrauch, ob durch sexuelle, häusliche oder psychische Gewalt ist einer zuviel. Unser 8. Hessisches Elternforum beschäftigte sich genau damit. Es gab aktuelle Erkenntnisse und Informationen wie man für dieses Thema sensibilisiert, aber auch wo Opfer und potentielle Täter Hilfe finden. Rund 40 interessierte Eltern haben am 22. Juni 2013 den Weg zur IGS Herder in Frankfurt gefunden und sich informiert. 

 

Die IGS Herder in Frankfurt ist eine Integrierte Gesamtschule und eine Ganztagsschule. Außerdem ist sie zertifizierte Kulturschule. An der IGS Herder lernen die Kinder gemeinsam, aber unterschiedlich. Soziales Lernen und individuelles Lernen sind hier selbstverständlich und wird sofort spürbar, wenn man die Schule betritt.  Mehr über die Schule und das Schulkonzept finden Sie auf der schuleigenen Webseite: www.igs-herder.de.


Die Vorsitzende des Landeselternbeirats, Frau Geis hat das Elternforum eröffnet und alle Gäste begrüßt. Einen besonderen Dank sprach Sie an die Schulleiterin Frau Vogell aus, die uns hervorragend beherbergt hat und uns kurzfristig und spontan ihre Schule für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt hat, nachdem die ursprünglich zugesicherte Schule kurzfristig absagen musste. Für Frau Geis ist diese Schule eine besondere, denn es ist ihre eigene. Hier hat sie die Schulbank gedrückt und findet es spannend, jetzt als Elternvertreterin wieder hier zu sein. Der Landeselternbeirat unterstützt die Kampagne des Bundesbeauftragten für Fragen des sexuellen Missbrauchs "Kein Raum für Missbrauch". 


Durch die Veranstaltung führte uns Moderator Philipp Engel.


In einem kurzen Grußwort bedankt sich Frau Vogell und erläutert den Erfolg der Schule. Der Erfolg der Schule liegt in der sehr guten Schulatmosphäre. Ein wertschätzendes, unterstützendes und fehlerfreundliches Lernklima schult die Kinder darin, Verantwortung zu übernehmen und sich bestmöglichst zu entwickeln. Die schuleigene Mensa trägt mit ihrem gesunden Essen natürlich auch dazu bei, dass sich die Schülerinnen und Schüler wohlfühlen. 


Kultusministerin Nicola Beer ließ es sich nicht nehmen, die Schirmherrschaft für dieses wichtige Thema zu übernehmen. Sie berichtet über den Stand der Umsetzung des "Aktionsplan des Landes Hessen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt in Institutionen". Frau Beer berichtet auch über die enge Zusammenarbeit mit den Institutionen, die auch heute hier vor Ort sind.   


Fevzije Zeneli
von der  Landesschülervertretung betont die Wichtigkeit der Aufklärung und begrüßt es, dass der Landeselternbeirat diese Veranstaltung organisiert um das wichtige Thema in die Öffentlichkeit zu rücken. 

 

Hans-Peter Vogeler ist Vorsitzender des Bundeselternrates und Mitglied im Fachbeirat des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. In seinem Impulsvortrag gibt er einen Rückblick, was bisher geschah, wie es weitergeht und was Eltern machen können. Seine Ausführungen schockieren und machen deutlich, wie viele Menschen von sexuellem Missbrauch betroffen sind. Etwa jeder 10 (!) in Deutschland hat in seiner Kindheit oder Jugend sexuellen Missbrauch erlebt. Das bedeutet etwa 2 - 3 Kinder sind pro Klasse betroffen. Herr Vogeler stellt Ihnen den Vortrag gern hier zur Verfügung, weist aber darauf hin, dass diese Präsentation noch Informationen enthält, die sich aus der Veranstaltung ergeben haben und so nicht vorgetragen wurden. Er bittet auch darum, die Literaturliste am Ende zu beachten. Vortrag Herr Vogeler.

 

 

Karin Naber vom Verein FeM - Feministische Mädchenarbeit e.V. berichtet von der Arbeit im Verein mit dem Schwerpunkt "Beratung und Prävention zum Thema sexueller Missbrauch". Bei FeM finden Mädchen und junge Frauen Zuflucht, Hilfe und Beratung. Aber auf freiwilliger Basis. Die jungen Menschen kommen freiwillig zu FeM. FeM bietet auch Notaufnahmeplätze. Der Verein finanziert sich aus Spenden. Mit der Aktion "Schutzengel" sollen weitere Spender gefunden werden (www.fem-schutzengel.de). Weitere Informationen und wie auch Sie ein Schutzengel werden können, finden Sie auf der Webseite www.fem-maedchenhaus.de

 

Nach einer Mittagspause in der schuleigenen Mensa erläutert Sandra Pappert-Rausch von Pro Familia Hessen, warum Sexualaufklärung präventiv gegen sexuelle Gewalt wirkt. Pro Famlia hat eine Reihe von Materialien, die Informationen für Kinder aller Altersklassen bieten. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite www.profamilia.de/jugendliche/rechte-und-sexualitaet/sexuelle-gewalt.html

 

Gudrun Geißler vom Kinderschutzbund Hessen berichtet darüber, wie häufig sexueller Missbrauch an Kindern in häuslicher Gewalt vorkommt. Sie erläutert, dass verschiedene Gesetze (Bürgerliches Gesetzbuch, UN Konvention, Sozial Gesetzbuch) den Kindern ein Recht auf gewaltfreie Erziehung einräumt. Es ist aber noch ein weiter Weg, bis dieses Recht umfassend umgesetzt wird. Hier finden Sie das Referat von Frau Geißler und die Präsentation

 

Ein wichtiges Fazit, dass alle an diesem Tag mitnehmen konnten, war: Kinder haben keine Schuld am Missbrauch! 

Kinder leiden sehr häufig daran, dass ihnen eine gewisse Schuld zugesprochen wird. In der Familie, im Umfeld, durch den Täter, etc. aber es wurde an diesem Tag sehr deutlich, dass Kinder daran keine Schuld haben und man ihnen dieses Angstgefühl nehmen muss. 

 

Die rechtliche Sicht für Opfer sexueller Gewalt, welche Hilfen und Präventionsmaßnahmen es gibt und welche Hilfe es auch für potentielle Täter gibt, erläuterte Rechtsanwalt Ulrich Warncke vom Opferverein WEISSER RING in Frankfurt. Insbesondere beleuchtet er die Sicht der Opfer. Denn oft leiden die Opfer mehrfach. Sie sind traumatisiert und benötigen oft weitergehende Hilfen, wie sozialrechtliche Ansprüche, psychotherapeutische Hilfen, etc. Durch die Täter oder den Bund erhalten sie kaum oder sehr wenig finanzielle Hilfen. Der WEISSE RING hat sich dem Problem angenommen und bietet neben umfangreichen Beratungen auch einen Fond, der für Entschädigungsleistungen teilweise (auf Antrag) aufkommt. Weitere Informationen finden Sie hier: www.weisser-ring.de/internet/ehs/ueber-den-fonds/index.html 

An dieser Stelle möchten wir auch auf die Tagungsdokumentation der Heinrich Böll Stiftung hinweisen, die 2003 ein Forum zum Thema "Männer und Sex(ualität) - Erotik im Geschlechterverhältnis" durchgeführt hat.

 

Es mag manchen verwundert haben, aber pädophile Neigungen sind in erster Linie eine sexuelle Vorliebe und nicht immer artet es in sexuellem Missbrauch an Kindern aus. Das heißt, nicht jeder der eine pädophile Neigung hat, ist auch ein Täter. Es gibt Warnstufen, die jeder der diese Neigung verspürt an sich wahrnehmen kann oder das trainieren kann. Dafür gibt es Hilfe, aber keine Heilung, denn pädophile Neigung ist keine Krankheit, die man behandeln kann. Für diese Menschen gibt es Angebote und Hilfen, z. B. unter www.kein-taeter-werden.de Weitere Informationen zum Opferverein WEISSER RING finden Sie hier:  

 

Der Verein Wildwasser Frankfurt e.V. bildete sich aus einer Selbsthilfegruppe heraus. Sie sind eine Fachberatungsstelle für Frauen und Mädchen und leisten darüber hinaus Information und Aufklärung. Wildwasser e.V. hat leider nicht an unserem Elternforum teilnehmen können. Die Referentin, Frau Dr. Dorothea Geissler möchte den geplanten Vortrag dennoch gern allen Interessierten zur Verfügung stellen. Wir danken dafür herzlich. Sie finden hier den Vortrag und den Anhang

 

Allen Beteiligten möchten wir an dieser Stelle besonders herzlich danken. Mit Ihrer Hilfe können wir dieses Thema vielleicht aus den Schlagzeilen holen. 

 

Auf der "Info-Meile" konnten sich die Gäste Informationen bei Verbänden, Institutionen und Interessenverbänden zum Thema  besorgen. Gern können Sie mit den Mitwirkenden Kontakt aufnehmen,

wenn Sie Fragen oder Hilfe benötigen. Ein Klick auf das Logo führt Sie direkt zu deren Webseite.

Einige Informationen und Broschüren der Anbieter haben wir hier verlinkt. Diese Informationen sind keinesfalls vollständig. Wir bitten um Verständnis, dass wir nicht ausführlicher auf die jeweiligen Angebote eingehen können.

Wenn Sie sich intensiver mit diesem Thema beschäftigten möchten, finden Sie hier eine Auflistung von Broschüren und Informationsmaterialien. 

 

 

Logo Fem Mädchenhaus

Das FeM Mädchenhaus vereint die Bereiche Mädchenzuflucht, Mädchenberatung und Mädchentreff unter einem institutionellen Dach. Diese Angebotsstruktur ermöglicht es, flexibel und schnell auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen zu reagieren.

 

 

 

 

Logo KiDisPOWER

KIDisPOWER bietet neben einer Familienberatung (LRS-Training, Dyskalkulie Therapie, Anti-Mobbing Projekte, etc.) auch ein Sicherheitstraining für Kinder und ihre Eltern für mehr Schutz vor Konflikten und Gewalt - auch vor sexuellen Übergriffen.

 

 


Versteht sich als Serviceeinrichtung für Politiker, Kinder und Jugendliche, Eltern, Pädagogen zu alle Fragen und Anliegen, die die Rechte und das Wohl der Kinder betreffen. Durch Präsenz in den Medien stärken sie die Beachtung der Rechte der Kinder.

 

 

Logo Netzwerk gegen Gewalt

Das Netzwerk gegen Gewalt - eine Gewaltpräventionsinitiative in Kooperation mit der Hessischen Staatskanzlei, dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, dem Hessischen Kultusministerium, dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, dem Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa sowie dem Landespräventionsrat Hessen. 

 

 

 

Logo Pro Familia

Pro Familia, informiert nicht nur über Sexualität und "passende" Kondome, sondern auch über sexuelle Gewalt und „sexnsurf“,ein Angebot für Jugendliche zum Thema Chatten und Sicherheit im Netz.

 

 

Logo Weisser ring

Der WEISSE RING macht sich für Opferschutz und Prävention - unter anderem bei Gewalt und Kindesmisshandlung stark . Außerdem gibt es das ergänzende Hilfesystem "Fonds sexueller Missbrauch". 

 

Logo wildwasser ev Frankfurt

Wildwasser Frankfurt e.V. ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein und Träger der Fachberatungsstelle gegen sexuellen Missbrauch. Die Beratungsstelle ist erste Anlauf- und Unterstützungsstelle für Mädchen und Frauen, die sexuellen Missbrauch erlebt haben bzw. erleben. Außerdem werden Eltern, Angehörige und Bezugspersonen informiert, beraten und unterstützt.