Home






9. HEF

Länger gemeinsam lernen!
Integrierte Schulsysteme in Hessen

 

War das Thema unseres 9. Hessischen Elternforums am Samstag, 15. März 2014 in der Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf. Unser 9. HEF stand unter der Schirmherrschaft des Kultusministers Prof. Dr. Alexander Lorz.

Länger gemeinsam lernen und integrierte Schulsysteme sind in Hessen nicht neu. Grundschulen, Förderschulen, integrierte Gesamtschulen sind Schulen, die schon auf Grund ihrer Struktur und ihres Systems integrativ arbeiten. 

 

Die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf ist eine integrierte Gesamtschule mit eigener gymnasialer Oberstufe. Hier wird von Klasse 5 bis 13 unterrichtet. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit ihren Hauptschul- sowie Realschulabschluss zu absolvieren. Ebenso kann darüber hinaus das Abitur erworben werden.  Weitere Informationen über die Schule finden Sie auf deren Webseite: http://www.bertha-von-suttner-schule.de/


Der Vorsitzende des Landeselternbeirats, Matthias Bedürftig hat das Elternforum eröffnet und alle Gäste begrüßt. Er weist darauf hin, dass integrierte Schulsysteme und länger gemeinsam lernen Chancengleichheit für alle Kinder bedeutet.  


Durch die Veranstaltung führte uns Moderator Tim Huß.

 

Landrat Thomas Will berichtet, dass der Kreis Groß-Gerau zu den wenigen Gebieten in Hessen zählt, die noch steigende Bevölkerungs- und Schülerzahlen haben. Daher war der kürzlich eingeweihte Neubau der Oberstufe in der Bertha-von-Suttner Schule notwendig. Bildung hat im Kreis Groß-Gerau Priorität, so Will. Am meisten ist er jedoch von der pädagogischen Arbeit und dem Erfolg der Schule überzeugt. Jedes Kind steht hier im Mittelpunkt und wird bestmöglich in seiner persönlichen Entwicklung gefördert. Die gesamte Schulgemeinde zieht mit und trägt zu dem Erfolg bei. 

 

Joachim Reinhold, stellvertretender Schulleiter der Bertha-von-Suttner-Schule erklärt, dass in der Schule jede Schülerin, jeder Schüler wichtig ist.  Der Weg zu diesem Erfolg war nicht einfach. Es gab Veränderungen im Management und im Unterricht. Selbstorganisiertes und selbstgesteuertes Lernen, individuelle Fröderung ("iFi"), binnendifferenzierter Unterricht, sind dabei nur wenige Stichpunkte, die letztlich den Erfolg der Schule ausmachen. Die Schule hat den Gütesiegel Hochbegabung und ist eine von 30 Europaschulen in Hessen.

 

Auch die stellvertretende Landesschulsprecherin, Fevzije Zeneli lobt in ihrem kurzen Grußwort, die pädogogischen Errungenschaften und den Erfolg der Schule. 

 

Martin Buhl, Schulleiter der Martin-Niemöller Schule (IGS) in Riedstadt ist überzeugt von integrierten Schulsystemen und sieht in der Möglichkeit, länger gemeinsam zu lernen eine Chance für eine Lehr- und Lernkultur. Er wirft aber auch einen Blick auf die Herausforderungen, die auf Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern und Schulleiter kommen. Die pädagogischen Konzepte bedeuten mehr Zeit für die Kinder. Unabhängig von der Zuordnung zu einem Bildungsgang (Hauptschule, Realschule oder Gymnasium) können alle gemeinsam mit- und voneinander lernen. Das stärkt nicht nur die Vermittlung von Fachkenntnissen, sondern auch die Persönlichkeit und die Weiterentwicklung sozialer Kompetenzen. An seiner Schule erreichen etwa 50% eines Jahrgangs den qualifizierten mittleren Bildungabschluss, der für den Besuch der Oberstufe berechtigt. 


Gabriele Zimmerer vom Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens e.V. erläutert das pädagogische Konzept einer integrativ arbeitenden Schule. Eine solche Schule gibt den Schülern Zeit. Zeit zum Lernen und Zeit um sich zu entwickeln. Häufig arbeitet man im Sinne "einer Schule für alle Kinder". Eine integrative Schule steht für das Offenhalten des Abschlusses, das individuellere Fordern der Stärken und das Arbeiten an den Schwächen. Es wird gemeinsam gelernt und gearbeitet, so wie die Kinder gemeinsam in den Kindergärten, Vereinen und Grundschulen spielen, lernen und arbeiten.  

 

Hella Lopez vom Elternbund Hessen erläutert die wichtigen Bausteine für längeres gemeinsames Lernen. Dazu zählen rhythmisierter Unterricht, integriertes Lernen, Ganztagsschule und Inklusion. In integrierten Schulsystemen werden diese Bausteine fast automatisch im pädagogischen Konzept festgehalten. In integrierten Schulen gibt es das "Problem G8" übrigens nicht. Aber wie so oft kränkelt es an den Ressourcen. Gute pädagogische Konzepte kosten Geld und genau da muss die Landesregierung mehr investieren.


Prof. Dr. Alexander Lorz bestätigt die Wirkung und den Erfolg integrierter Schulen, verweist jedoch zugleich auf die Wichtigkeit, die Vielfältigkeit zu erhalten. Er möchte zudem Wegkommen von der ewigen Schulformdebatten. Guten Unterricht kann es beim gemeinsamen Lernen genauso geben wie im gegliederten Schulsystem. Entscheidend ist doch, wie Lehrkräfte Inhalte vermitteln. 

 

Eric Woitalla, Schulleiter der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden berichtet über "Länger (und anders) gemeinsam lernen - das Konzept einer Reformschule." Er erläutert, dass an seiner Schule ausdrücklich "andere Formen des Lernens" praktiziert werden. Die Schule wird hier als Lebensraum verstanden und entsprechend organisiert. Theaterspielen ist ein besonderer Schwerpunkt genauso wie die verschiedenen Praktika außerhalb der Schule ab Klasse 7. Da ist es beispielsweise Pflicht, dass alle ein soziales Praktikum absolvieren. 

Viele Gäste sind sich nach seinem Vortrag einig: so eine Schule wünschen wir uns auch. 

Die Helene-Lange-Schule ist jedoch eine Schulversuchschule. Als solche erhält sie mehr Ressourcen, als andere Schulen. Die Ergebnisse werden evaluiert und veröffentlicht und somit allen zur Verfügung gestellt. 

Wer die Helene-Lange-Schule jedoch mal besuchen möchte, muss sich auf die Warteliste setzen lassen. Das Interesse ist hoch, die Wartezeit beträgt etwa 1 Jahr. 

 

Einen außergewöhnlichen Vortrag hörten wir am Nachmittag. Sandra Hollighaus, Tierpsychologin und ihre Kollegin erläutern die Vorteile "Tiergestützter Pädagogik als Bestandteil integrativen Unterrichts". Mit dabei haben sie ihren Hund, der oft im Unterricht eingesetzt wird. Die Tiere erleichtern es, selbst mit "schwierigen Kindern" in Kontakt zu kommen. Außerdem lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen (Hundedienst, Gassi-Gehen) und üben Sozialverhalten ein. Wer sich genauer informieren möchte, findet hier das Konzept der Gallus-Schule Grünberg, an der Elisabeth-Rathay Spohr und Sandra Hollighaus unterrichten.

 

In einer abschließenden kleinen Diskussion stellten sich Guido Seelmann-Eggebert (Ganztagsschulverband) und der stellvertretende Vorsitzende des LEB, Reiner Pilz den Fragen des Moderators Tim Huß

 

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Mitwirkenden, der Schulleitung und den Schülerinnen und Schülern herzlich bedanken!

 

Auf dem "Markt der Möglichkeiten" konnten sich die Gäste Informationen bei Verbänden, Institutionen und Interessenverbänden zum Thema besorgen. Gern können Sie mit den Mitwirkenden Kontakt aufnehmen, wenn Sie Fragen oder Hilfe benötigen. Ein Klick auf das Logo führt Sie direkt zu deren Webseite. Unsere Auflistung gibt jeweils nur einen Mini-Überblick dessen, was die einzelnen Verbände und Institutionen leisten. Wir bitten hier um Verständnis, dass wir nicht ausführlicher auf die jeweiligen Angebote eingehen können.

 

 

Logo elternbund hessen

Der Elternbund Hessen (ebh) ist ein Zusammenschluss von Eltern, die sich für eine kindgerechte, demokratische und zukunftsfähige Erziehung in allen pädagogischen Einrichtungen einsetzt. 

 

 

Logo gesamtverband für schulen des gemeinsamen lernens

Das Ziel der GGG ist es, das auslesende Schulsystem in Deutschland zu überwinden und zu ersetzen durch eine gemeinsame Schule für alle Kinder und Jugendlichen, die jedem Kind, jedem Jugendlichen die optimale Entwicklung seiner personalen, sozialen und fachlichen Kompetenzen ermöglicht.  Die GGG als "Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens" bietet eine Vernetzungs-Plattform und vertritt diese Idee in der politischen Auseinandersetzung. 

 

 

logo gew hessen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist die Bildungsgewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Sie setzen sich bildungs- und gesellschaftspolitisch für ihre Mitglieder ein.

 

 

logo ganztagsschulverband hessen

Der Ganztagsschulverband ist Informationsvermittler rund um die Ganztagsschule. Sie informieren über ihr Engagement im Land und stellen Positionen zum Thema Ganztagsschule zusammen. 

 

 

logo gud
logo gud

Gewaltprävention und Demokratielernen (GuD) ist ein Projekt des Hessischen Kultusministeriums. GuD unterstützt und begleitet Schulen bei der Implementierung gewaltpräventiver und demokratieförderlicher Programme. 

 

 

 

Zum Schluss noch ein kleiner Einblick: