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Rezension (gekürzt) Intelligenz - Fakten und Mythen

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(eingeschränkt für Fachpraktiker)

 

Das neue Buch des Marburger Professors für Pädagogische Psychologie und
Entwicklungspsychologie Detlef H. Rost ist gänzlich der „Intelligenz“ gewidmet. Der Untertitel „Fakten und Mythen“ macht deutlich, worum es hier geht. Obwohl „Intelligenz“ das am gründlichsten erforschte und am besten messbare Persönlichkeitsmerkmal ist, kursieren dazu in der Öffentlichkeit wie in der Literatur auch viele verzerrte und abwegige Falschdarstellungen.


Der Autor gibt ihnen in acht Kapiteln einen gut verständlichen Überblick über den aktuellen Forschungs- und Erkenntnisstand, der auch für Nicht-Psychologen lesbar und nachvollziehbar ist. Beginnend mit „traditionellen“ Theorien zur „Intelligenz“, erläutert Rost zunächst den inzwischen bereits über einhundertjährigem Weg zu dem heute allgemein vorherrschenden hierarchischen Verständnis von allgemeiner (bereichsübergreifender)Intelligenz. Anschließend setzt er sich kritisch mit „alternativen“ Vorstellungen („soziale“, „emotionale“, „praktische“ und „multiple“ „Intelligenzen“ usw.) auseinander und zeigt auf, dass sie allesamt weder theoretisch noch empirisch über eine auch nur halbwegs akzeptable Fundierung verfügen und ausnahmslos keine auch nur ansatzweise ernst zu nehmende „Alternative“ darstellen.

Die weiteren Kapitel befassen sich mit der Bedeutung von „Intelligenz“ für u.a. Hochbegabung,Geschlecht, Sozioökonomischen Status, Gehirn, Gesundheit, Genetik. Die Darstellung des heutigen Wissensstandes zur „Intelligenz“ ist Detlef H. Rost in diesem Buch in geradezu exzellenter Art und Weise gelungen. Wie in keinem anderen Werk zu diesem Thema werden „Fakten und Mythen“ sauber voneinander geschieden, um die Spreu vom Weizen zu trennen und um Praktikern und Entscheidern die notwendigen und
unverzichtbaren Grundlagen für ihr Vorgehen und Handeln im Interesse der betroffenen Kinder und Jugendlichen zur Verfügung zu stellen. Das Werk „Intelligenz – Fakten und Mythen“ sollte zur Standardlektüre auch und gerade von in der Schule, der Schulverwaltung und der Schulpolitik Tätigen gehören und auch hier die ihm zweifellos zukommende Beachtung und Wertschätzung finden.

 

Rezension: Ministerialrat Walter Diehl 

 

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