Home






Rezension Sterben, Tod und Trauer in der Schule

***

>>Gut, dass der J. nicht allein im Grab ist, sein Opa ist ja auch schon da.<<

Dieses Originalzitat das die Autorin Stephanie Witt-Loers in Ihrem Buch "Sterben, Tod und Trauer" erwähnt, zeigt eigentich die ganze Tragweite, die diese Orientierungshilfe bieten möchte. Nicht allein sein. Jemanden haben, dem man sich anvertrauen kann und der als Tröster, Ratgeber oder einfach nur "Mitweiner" da ist.

Wir alle sind früher oder später mit diesem Thema konfrontiert. Doch wie gehen wir damit um? Wie gehen Kinder damit um? Sie nicht ausschließen, sondern in den Trauerprozess einbeziehen, sie verstehen und sie begleiten - Stephanie Witt-Loerst beschreibt wie alleine sich Betroffene - nicht nur Kinder - oft fühlen, wenn ein Trauerfall eintritt. Wir verstehen aber auch, dass Lehrer oft nicht wissen, wie sie mit den trauernden Kindern eigentlich umgehen sollen.

Sterben, Tod und Trauer ist ein Teil unseres Daseins und leider ein Tabuthema. Daher ist diese Orientierungshilfe ein guter Leitfaden und eine Hilfe für Pädagogen, die dieses Thema in den Unterricht integrieren möchten.

Sehr schön finde ich, die Erklärung, wie Kinder und Jugendliche in bestimmten Alterstufen trauern. Das Buch ist gut verständlich geschrieben und die Praxistipps sind hilfreich.

Beim Lesen des Buches stellte ich mir jedoch die Frage: Lässt sich das in der Schule umsetzen? Hier wird ein Konzept vorgestellt, dass mindestens zwei Tage Unterrichtszeit in Anspruch nimmt. Ich kann mir den Aufschrei förmlich vorstellen, wie sich "Schule" ganze zwei Tage Trauer leisten kann (will).
Völlig ungeachtet der Tatsache, dass es notwendig ist und den Betroffenen hilft. Hier ist Schulsystemtechnisch sicher noch viel Pionierarbeit nötig.

Die Autorin benutzt in Ihrer Arbeit als "Trauer-Coach" christliche Lieder und Gebete. Zwar weist sie darauf hin, dass sie bei dem erläuterten Beispiel darauf geachtet hat, in Traueranzeige etc. neutrale Texte zu verwenden, aber der christlichen "Touch" ist deutlich spürbar. Das birgt die Gefahr, dass Andersgläubige nicht in den Trauerprozess integriert werden (können).

Allerdings versteht sich das Buch als Orientierungshilfe - also mit allen möglichen Spielräumen und Ideen die man braucht um Kinder während dieser Phase zu verstehen, zu begleiten und das Thema in der Schule zu behandeln.

Sterben, Tod und Trauer sind Themen, die meines Wissens nicht in der Lehrerausbildung behandelt werden. Hier wäre es wünschenswert, zumindest ansatzweise, dieses Thema mit in die pädagogische Ausbildung zu integrieren.
Alles in allem ein empfehlenswertes Hilfsbuch mit vielen Tipps und Adressen.

 

Rezension: T.Pfenning

 

Zurück