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Schulbegriffe einfach erklärt

Hä? - Hessisches Wort für "Verstehe ich nicht"

“Hä?” - steht aber auch liebevoll für “Was?” oder "Wie bitte"?". Oder in der Langform auch für: “Entschuldigung, ich habe das nicht verstanden. Können Sie das bitte wiederholen?”. Nicht-Hessen haben mitunter Schwierigkeiten diese sprachlichen Feinheiten herauszuhören. Aber eigentlich möchten wir damit nur deutlich machen, das ein Begriff in einem anderen Kontext eine andere Bedeutung haben kann. 

Kommunikation soll ja  manchmal auch nur daran scheitern, dass man Worte zwar hört aber sich nichts darunter vorstellen kann. Oder sie im Bildungskontext schlicht nicht versteht. Begriffe wie Anschluss, Fähigkeit, Zentral, Abitur sind sicher geläufig . Als “Anschlussfähigkeit” oder “Zentralabitur” sind die eigentlich bekannten Worte vielleicht nicht immer selbsterklärend. Wir versuchen Ausdrücke aus dem schulischen Alltag verständlich und einfach zu erklären. Und keine Bange, wir werden nicht mundartlich. Aber vielleicht etwas unterhaltsam. 

Sollten Sie einen Begriff vermissen oder eine bestimmte Erklärung wünschen, können Sie uns gerne per E-Mail kontaktieren. Wir nehmen Ihr Anliegen gerne auf und ergänzen unsere Sammlung fortlaufend.

Wenn dein Schulabschluss ein Ticket wäre – in welchen Zug könntest du damit alles einsteigen? 

Anschlussfähigkeit bedeutet, dass Bildungsinhalte und Abschlüsse so gestaltet sind, dass Schülerinnen und Schüler gut in eine andere Schule, Schulform oder Ausbildung wechseln können. Das hilft, dass der Übergang klappt und die Schüler nicht überfordert oder zurückgeworfen werden. Im Sinne des "lebenslangen Lernens" soll unser Schulsystem gewährleisten, dass unsere Schülerinnen und Schüler an ihren erworbenen Bildungsabschluss weitere anschließen können. Als ein wichtiger Baustein für die Anschlussfähigkeit werden die Bildungsstandards gesehen, die seit dem Schuljahr 2011/2012 die Lehrpläne ersetzen.

Das Berufsgrundbildungsjahr (Bgbj) ist ein besonderes Schuljahr an der Berufsschule. Es dauert ein Jahr und vermittelt Grundwissen in einem bestimmten Berufsfeld, zum Beispiel im Bereich Technik oder Gesundheit. Das Berufsgrundbildungsjahr kann auch in kooperativer Form stattfinden. Das bedeutet, dass Jugendliche im ersten Ausbildungsjahr sowohl zur Schule gehen als auch in einem Betrieb arbeiten. Sie sind dann gleichzeitig Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende.

Das Berufsgrundbildungsjahr ist quasi wie ein „Schnupperjahr“ für den Beruf: Man lernt ein Jahr lang die Grundlagen im Wunschberuf – und kann dabei schon mal testen, ob der Blaumann oder der Laborkittel besser passt!

Wenn Bildungsstandards ein Computerspiel wären – auf welchem Level wärst du gerade?

Bildungsstandards legen fest, was Schülerinnen und Schüler in bestimmten Fächern zu einem bestimmten Zeitpunkt können und wissen sollen. Sie beschreiben, welche Fähigkeiten und Kenntnisse am Ende einer Klasse oder eines Schulabschnitts erreicht werden müssen. Im Unterschied zu alten Lehrplänen sagen Bildungsstandards nicht genau, wie der Unterricht ablaufen soll, sondern nennen die Ziele, die erreicht werden sollen. So kann später überprüft werden, ob die Schülerinnen und Schüler diese Ziele geschafft haben.

Die Bundesschülerkonferenz ist sozusagen der „Elternbeirat“ der Schüler auf Bundesebene – hier reden Jugendliche mit, damit Schule besser wird, auch wenn sie noch nicht alle Entscheidungen treffen dürfen.

Die Bundesschülerkonferenz (BSK) ist ein Zusammenschluss der Schülervertretungen aus den einzelnen Bundesländern in Deutschland. Hier treffen sich gewählte Vertreterinnen und Vertreter der Landesschülervertretungen, um sich über wichtige Themen in der Bildung auszutauschen und gemeinsame Meinungen zu entwickeln. Die BSK setzt sich für die Interessen der Schülerinnen und Schüler auf Bundesebene ein und spricht mit Politik, Behörden und anderen Organisationen.

Die Mitglieder der Bundesschülerkonferenz treffen sich regelmäßig zu Sitzungen, um gemeinsame Positionen zu erarbeiten. Der Vorstand wird für ein Jahr gewählt. Die BSK ist überparteilich und unabhängig von Konfessionen. Sie kann zwar Vorschläge und Forderungen machen, hat aber keine direkte Entscheidungsmacht.
Link zur Webseite der BSK. 

Durchlässigkeit bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, von einer Schulform zur anderen zu wechseln. Zum Beispiel können sie von einer Hauptschule zur Realschule oder vom Gymnasium zur Gesamtschule wechseln, wenn sie die nötigen Leistungen erbringen. Das Ziel von Durchlässigkeit ist, dass kein Schüler oder keine Schülerin dauerhaft an eine bestimmte Schulform gebunden ist. So kann man seine Bildung an die eigenen Fähigkeiten und Wünsche anpassen und neue Chancen nutzen.

Durchlässigkeit sorgt also dafür, dass flexibel zwischen den Schulformen gewechselt werden kann – quasi wie ein Spieler, der das passende Level wählt, um erfolgreich weiterzukommen und Spaß zu haben.

Genau, da geht es um die Frage: „Wenn unsere Schule ein Kuchen wäre, wie lecker wäre der dann wirklich?“

Die Evaluation (Bewertung, Untersuchung) ist ein Instrument zur Messung der Qualität von Prozessen und Gegebenheiten einer Schule. Durch die Entwicklung eigner Schulprogramme ist es notwendig, die Schulprozesse und -entwicklungen zu evaluieren. In Hessen ist jede Schule zur internen Evaluation verpflichtet. Externe Evaluationen helfen die Qualität mit anderen Schulen zu vergleichen.

Vielleicht eher wie Altersteilzeit. ;-) Beim flexiblen Schulanfang darf jedes Kind so lange im „Lern-Sandkasten“ spielen, wie es braucht – keiner wird rausgeschubst, bevor der Turm fertig ist!

Beim flexiblen Schulanfang können die Grundschulen die ersten beiden Klassen (Klasse 1 und 2) zusammenlegen. Alle Kinder, die in die Schule kommen, lernen dann gemeinsam in einer Gruppe – egal, wie alt sie sind. Jedes Kind darf in seinem eigenen Tempo lernen: Manche Kinder schaffen die ersten beiden Klassen in einem Jahr, andere brauchen zwei oder sogar drei Jahre dafür. So bekommt jedes Kind die Zeit, die es braucht.

Förderpläne sind besondere Pläne, die Lehrerinnen und Lehrer zusammen mit den Schülerinnen und Schülern machen. In so einem Plan steht, was das Kind schon gut kann, wo es noch Hilfe braucht und wie es am besten gefördert werden kann.
Auch die Eltern und andere wichtige Personen dürfen dabei mitreden, damit alle gemeinsam das Kind unterstützen können.

Ein Förderplan ist also wie ein Trainingsplan fürs Lernen – so weiß jeder, wo’s langgeht und wie man am besten fit wird!

Eine Ganztagsschule ist eine Schule, in der Kinder nicht nur am Vormittag, sondern an mindestens drei Tagen pro Woche den ganzen Tag in der Schule sind – also mindestens sieben Stunden am Tag. Es gibt verschiedene Arten von Ganztagsschulen:

  • Offene Ganztagsschule: Die Kinder können freiwillig teilnehmen. Wer mitmacht, bleibt an mindestens drei Tagen pro Woche den ganzen Tag in der Schule. Die Teilnahme gilt immer für ein halbes Jahr. Am Nachmittag sind die Gruppen oft gemischt, und es gibt viele Angebote wie Arbeitsgemeinschaften, Sport oder extra Lernstunden.
  • Gebundene Ganztagsschule: Hier müssen alle Kinder an mindestens drei Tagen pro Woche den ganzen Tag in der Schule bleiben. Die Teilnahme ist also für alle verpflichtend.
  • Teilgebundene Ganztagsschule: Nur ein Teil der Kinder (zum Beispiel bestimmte Klassen) muss an den Ganztagsangeboten teilnehmen. Für die anderen ist es freiwillig.

Alle Ganztagsschulen bieten Betreuung, Mittagessen und verschiedene Freizeit- und Lernangebote an.

Ganztagsschule ist wie ein Level-Up im Schulalltag: Vormittags die Mission starten, mittags Energie tanken und nachmittags neue Quests mit Freunden meistern!

Pädagogische Mittagsbetreuung bedeutet: Nach dem Unterricht können Kinder freiwillig länger in der Schule bleiben, meistens bis zum Nachmittag. Sie bekommen dort Mittagessen, machen Hausaufgaben, spielen oder nehmen an verschiedenen Kursen teil – zum Beispiel Sport oder Basteln. Die Betreuung findet an mindestens drei Tagen in der Woche statt und wird von geschulten Erwachsenen begleitet. Eltern müssen ihr Kind dafür anmelden, aber die Teilnahme ist freiwillig. 

Quasi so etwas wie eine Schul-Afterparty mit Mittagessen und Hausaufgaben!

Manchmal kann ein Schüler am Ende des Schuljahres auf eine andere Schulform wechseln. Das nennt man Querversetzung. Das passiert, wenn der Schüler im Unterricht nicht mehr gut mitkommt und eine Wiederholung der Klasse ihm schaden würde. Zum Beispiel kann ein Schüler vom Gymnasium in die gleiche Klasse einer Real- oder Gesamtschule wechseln.

Die Lehrer und die Schulleitung entscheiden darüber gemeinsam. Die Eltern werden spätestens sechs Wochen vorher, schriftlich informiert. Die Eltern dürfen ihre Meinung sagen und bekommen Hilfe angeboten.

Eine Querversetzung ist auch möglich, wenn die Eltern es möchten oder wenn die passende Schule sonst nur schwer zu erreichen ist. Der Schüler kann dann auch auf eine Förderstufe oder eine schulformübergreifende Gesamtschule wechseln.

Manchmal läuft die Schule nicht ganz nach Plan –  dann heißt es: Spur (quer) wechseln und neu durchstarten. 

Im Schulausschuss werden wichtige Dinge für die Schulen in der Stadt oder im Kreis besprochen und entschieden. Meistens ist die Stadt oder der Kreis auch für die Schulen verantwortlich. Deshalb kümmert sich der Schulausschuss zum Beispiel darum, neue Schulen zu eröffnen oder Schulen zu schließen, den Umweltschutz an Schulgebäuden zu verbessern, ausländische oder behinderte Schüler zu unterstützen und das Geld für die Schulen zu verwalten.

Der Schulausschuss darf aber nicht über alles entscheiden. Er bestimmt zum Beispiel nicht, was im Unterricht gelernt wird oder wie Demokratie in der Schule funktioniert.

Der Schulausschuss ist sowas wie die Kuchenbäckerei der Schule: Er sorgt dafür, dass genug Zutaten da sind und alles gut verteilt wird – aber backen, also den Unterricht machen, das überlässt er den Lehrkräften.

Die Schulkonferenz ist eine Gruppe, in der Lehrkräfte,  Eltern und Schülerinnen und Schüler gemeinsam wichtige Entscheidungen für die Schule treffen. In der Schulkonferenz sitzen Vertreter der Eltern, der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte. Die Schulleitung leitet die Treffen. Die Mitglieder werden für zwei Jahre gewählt.

In der Schulkonferenz sprechen und entscheiden Eltern, Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte  zusammen über wichtige Fragen der Schule. Zum Beispiel geht es um das Schulprogramm, Regeln für Hausaufgaben und Klassenarbeiten, wie Eltern im Unterricht helfen können oder ob eine neue Förderstufe eingerichtet werden soll. Auch besondere Projekte oder neue Ideen für die Schule werden hier besprochen und entschieden. Und auch wenn es mal Konflikte in der Schule gibt, wird hier nach Lösungen gesucht.

Die Schulkonferenz ist quasi die ‚Schul-Netflix-Staffel‘, bei der alle ihre Lieblingsfolgen vorschlagen und gemeinsam entscheiden, was als Nächstes läuft.

Fast  – während der Tutor dir persönlich zur Seite steht, sitzt du mit dem Sofatutor gemütlich auf dem Sofa und lässt dir den Stoff per Video erklären. Der eine ist live, der andere chillt digital!

Ein Tutor ist eine Person, die anderen Schülerinnen und Schülern hilft und sie unterstützt. Besonders für jüngere Schüler ist der Tutor da, damit sie sich in der neuen Schule besser zurechtfinden und sich in der Klasse wohlfühlen. Tutoren helfen oft bei Ausflügen mit und sind für die Schüler eine wichtige Ansprechperson, der man vertrauen kann. Am Anfang der Schulzeit entscheidet die Schule, wer Tutor wird und wie die Hilfe genau aussieht. Das hängt von der Schule und den Gegebenheiten vor Ort ab.

Später, in den höheren Klassen, ist der Tutor meistens eine Lehrkraft aus einem wichtigen Kurs, zum Beispiel aus einem Leistungskurs. In diesem Kurs gibt es dann manchmal eine extra Stunde, die Tutorenstunde. Diese Stunde ist für die Schüler und die Lehrkraft fest im Stundenplan. Aber nicht jeder Kurs bekommt so eine Tutorenstunde, sondern nur ungefähr die Hälfte der Leistungskurse.

Die Verteilerkonferenz (manche nennen es auch Verteilungskonferenz) ist ein Treffen, bei dem entschieden wird, welche Grundschulkinder auf welche weiterführenden Schulen gehen. Dabei wird versucht, die Wünsche der Eltern zu beachten.

Die Verteilungskonferenz wird in der Regel von der Schulverwaltung oder dem Schulträger organisiert, also von der Stadt oder dem Kreis, die für die Schulen zuständig sind. Dabei sind meist Vertreter der weiterführenden Schulen, der Grundschulen und oft auch der Schulträger oder Schulaufsichtsbehörden dabei. Sie entscheiden gemeinsam, welche Grundschulkinder auf welche weiterführenden Schulen kommen, und versuchen dabei, die Wünsche der Eltern zu berücksichtigen. Genauere Details zur Organisation und den Teilnehmern können je nach Region unterschiedlich sein, aber es sind immer Personen aus der Schulverwaltung und den Schulen beteiligt.

Die Verteilerkonferenz verteilt also keine Kekse, sondern Schulplätze – und versucht dabei, dass jeder sein Lieblingsstück bekommt, ohne dass jemand leer ausgeht.